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April




Natuerlich ersteinmal Frohe und Gesegnete Ostern!
Ich war zu Gruendonnerstag, Karfreitag, Osternacht und Ostersonntag in der Kirche. Es war wahnsinn.  Die Kirche war zu allen vier Kirchenfestagen gefuellt bis zum Anschlag. Die Geimeinde gibt sich unheimlich viel Muehe die Kirche zu dekorieren(wobei ich die Dekoration der Naunhofer  Kirche immer noch bevorzuge) und andererseits den Gottesdienstablauf an sich  zu gestalten. Es war immer ein Pfarrer und zwei Diakone anwesend, sowie mehr als vier Ministranten.
Nach dem Fusswaschungsevangelium am Gruendonnerstag kamen 12 Gemeindemitglieder nach vorne um sich vom Pfarrer die Fuesse waschen zu lassen- hab ich noch nie gesehen und fand ich total klasse! Das Allerheilige wurde am Ende durch eine stille Prozedur aus dem Tabernakel genommen und woanders platziert.
Am Karfreitag wurde ein ca 4 Meter grosses Kreuz von fuenf Leuten herein getragen und vor dem Altar auf die Stufen gelegt, wo es von jedem Gemeindemitlgied durch einen Kuss oder einer Kniebeuge verehrt   werden konnte. Zwar wurde nicht auf Klavier und Saenger verzichtet, dennoch kam die stille, in sich gekehrte Stimmung gut bei der Gemeinde an.
Auf die Osternacht war ich am Meisten gespannt gewesen, da dieses Fest mein liebstes im Kirchenjahr ist. Die Kirche war stockdunkel. Draussen wurde ein kleines Osterfeuer angezuendet an dem die Osterkerze neu zum erleuchten kam. Dies geschieh viel schneller als in unserer deutschen Kirchengemeinde. Nicht jeder hatte danach eine Kerze, nur ca 30-40 Leute, die mit ihren brennenden Kerzen in die Kirche einzogen und sich links und rechts des gesamten Kirchenganges aufstellten.  Das „Lumen Chrisit“ wurde hier leider in englisch gesungen, was nur halb so festlich klingt. Zum Wortgottesdienst wurden vier Lesungen vorgelesen und die Litanei der Heiligen in einer schoenen Melodie vorgesungen, welches sich mit dem Antwortgesang der Gemeinde ab und zu vermischte. Die Neutaeuflinge hatten zur Osternacht ebenfalls ihren grossen Tag. Schon als ich in die Kirche hereinkam, sah ich eine mit Wasser gefuellte Wanne, umgleidet von Holz, im Altarraum stehen.  Das kam mir schon ziemlich merkwuerdig vor. Alles Ernstes wurden dann drei Taeuflinge zwischen 10 und 20 Jahren in der Wanne getauft. Nacheinander stiegen sie, mit einem grauen Gewand und Badelatschen bekleidet, in die Wanne und liesen sich vom Pfarrer mit einem Krug voll Wasser taufen. Das war der absolute Wahnsinn; ich kam aus staunen und kichern nicht mehr heraus, auch die Gemeinde fand das total spektakulaer-KLASSE!  Zum Gedenken unserer eigenen Taufe kam dann jedes Gemeindemitglied nach vorne und nahm aus der gefuellten Wanne Wasser fuers Kreuzzeichen. Total schoen symbolisch dargestellt. Die Eucharistie verlief dann feierlich weiter.
Am Ostersonntag war die Kirche mehr als voll! Einige mussten sogar an den Seiten oder weiter hinten stehen, da keine Sitzplaetze mehr verfuegbar waren. Die Kirche erstrahlte in einem feierlichen, hellen Gold. Der Gottesdienst zum Ostersonntag wurde stimmungsvoll und andaechtig von einem Chor bekleidet.
Ich habe alle Festtage genossen und konnte es nicht ueber mich bringen auch nur einen zu verpassen; ich wollte alles aus der Osterzeit hier von der Kirche mit mir nehmen und wie man sieht, hat es sich gelohnt. Es war einfach nur toll!!

 

P.S: Der Weihrauch hier riecht nur halb so gut, tut aber trotzdem sein Ding die Kirche und Gemeinde einzuraeuchern =)

 

 

Die anderen Wochen ist auch nix grosses weiter passiert. Die Kinder haben wieder Schule und alles laeuft seinen normalen Gang. An den Wochenenden gehen wir unter Freunden oft ins Kino oder treffen uns fuer andere Aktivitaeten. Das Wetter ist ziemlich Aprilmaessig und wir nutzten jede gutwetter Minute um spazieren zu  gehen oder irgendwie draussen zu verbringen. Meist ist ech noch bis 8 abends hell und so koennen wir viel in den Tag hinein unternehmen.
Heute ist Mittwoch und meine Gastmutter und ich sind die ganze Woche schon am vorbereiten fuer meine Mutter und Oma, die mich morgen besuchen kommen. Wir sind alle schon ganz aufgeregt!!! UIIIII =)

 

Am 15. April war es dann endlich soweit. Gegen Mittag sollten meine Mutter und Oma in Seattle ankommen. Ich war schon ganz aufgeregt und bin nach Tobys Therapie mit Allie im Schlepptau losgezogen in Richtung Flughafen. Mit ca. einer Stunde Zeit trudelten wir im Flughafen ein, ich schaue auf die Flugtafel und dachte ich werd nicht mehr: der Flug von Frankfurt a.M kam jetzt statt 11:50, 17:34 an....na toll, dacht ich mir, mit einer 4-jaehrigen am Hals kann das ja ein toller Zeitvertreib werden. Nunja, wir assen sinnlos in uns hinein, missbrauchten Rolltreppen und Fahrstuhl und doesten auf den Baenken rum, zudem liefen wir den gesamten Flughafen vielleicht 5x ab. Letztendes verspaetete sich der Flug auf 18:17 und ich hatte echt keine Lust mehr, doch nach noch einer Stunde erblickte ich endlich meine Mutter und Oma, die schon mit dem Telefon beschaeftigt waren um wohl bei meiner Gastfamilie anzurufen. Das konnten sie schoen sein lassen, da ich sie von hinten ersteinmal ansprang und somit ueberraschte. War super endlich mal wieder ein bisschen Heimat bei sich zuhaben.
Nun zur Aufklaerung der Verspaetung: Alles lief wohl glatt von Leipzig nach Frankfurt, auch von Frankfurt sind sie puenktlich losgeflogen, nur ueber Irland machte das Flugzeug aufeinmal kehrt und flog zurueck nach Frankfurt. Grund:Krankheitsfall im Cockpit. Anscheinend musste er uuunbedingt nach Frankfurt zurueck, ausserdem waren  alle anderen Flughafen durch den Vulkanausbruch schon laengst gesperrt wurden. Das hiess nun 3 Std wieder zurueck nach Fankfurt fliegen und da das noch nicht genug war, musste das Flugzeug neu betankt werden, und weils so schoen ist im Flugzeug zu sitzen, blieben alle Passangiere an Bord. Glueck war zu einem, dass das Flugzeug ueberhaupt noch einmal losfliegen durfte, da die Aschenwolke des Vulkans fuer ziemliches Chaos sorgte.
Jetzt sind sie aber hier und machen alles mit, was mit zumachen geht. Das heisst, vom guten Wetter, bis zur Krankheit. Nachdem wir das Barbeque mit meiner Gastfamilie und allen meinen Freunden hatten, ging es allen schlecht. Hier im Haus war das Kotzen los. Wir denken eher, dass es von Toby kam, der an dem Barbeque Tag schon mit uebergeben angefangen hatte. Er muss wohl einen Virus aufgeschnappt haben, an dem wir uns alle angesteckten.  Es war wirklich nicht mehr schoen. Als es uns dann allen besser ging, nutzten wir die Zeit, die Gegend zu erkunden. Wir waren im Wildlife Park und Geschichts Museum, shoppen ohne Ende und haben schon mehr mals deutsches Essen gemacht. Morgen wollen wir zum Vulkan Mt Rainier fahren und am Sonntag die Olympic Halbinsel abfahren, was soviel bedeutet wie die Forksreise nocheinmal zu machen. Hoffe ich kann davon bald mehr berrichten.

Also der Ausflug zum Mt Rainier erwies sich als ziemlich verschneit, wobei ich gleich die Gelegenheit bekam die verpassten Schneeberge vom Vorjahr zusehen. Natuerlich, fuer die Amis perfekt geignet, fuehrte eine Strasse rings um den Berg herum und es gab einige Raststellen an denen man sein Auto abstellen konnte, und entweder die Gelegenheit nutzte doch mal ein Stueck zu spazieren oder sich in Informationscentern oder Cafen aufzuwaermen und mehr ueber den Berg zu erfahren. Da der Schnee noch so heftig war, war nach einigen Kilometern die Strasse schon gesperrt und so entschieden wir, nach dem Besuch im Infocenter, einen Spaziergang weiter unten am Fusse des Berges zumachen, wo der Schnee schon geschmolzen war. Wie man wissen muss, sind die meisten Wege im Amiland nicht allzulang. Also erwischten wir einen kuerzeren, der uns aber zum Zeitpunkt und -plan gerade recht kam. Am Abend besuchten wir noch den "Melting Pot", wo es Fundue in allen Richtungen gab.
Am Sonntag ging es dann frueh raus auf den Weg nach Forks. Ich muss sagen, trotz dass mein Auto schon 20 Jahre alt ist, hat es doch den ganzen Tag um die Halbinsel herum ausgehalten. Natuerlich hab ich ab und zu ziemlich den Atem anhalten muessen.  Wie beim erstenmal nach Foks, La Push und Port Angeles war es auch diesesmal einfach nur Atemberaubend und meine Mutter kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Wir hatten zudem noch super Wetter, obwohl es hiess dass es dort immer regnen wuerde.

 

 

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